Chronik der OLG Huttwil Teil II 1959 – 1963
Die Gründung
Am 25. Januar 1959 versammelten sich im Gewerbeschulhaus Huttwil sieben Orientierungsläufer zur Gründung der Orientierungslaufgruppe Huttwil. Sie wählen als ihren ersten Präsidenten, der gleichzeitig auch Trainingsleiter war, Willi Heiniger. Als Sekretär wurde Peter Gfeller und als Kassiert Hans-Ulrich Schild gewählt. Zur ersten Garnitur gehörten weiter noch Alfred Bürgi, Kaspar Dreier, Werner Gerber, Fritz Heiniger, Roland Hirsbrunner, Bodo Jacobs, Walter Lüdi, Toni Lüthi, Fritz Nyffeler, Rudolf Reinhard, Hansruedi Steffen, Max Steffen und Peter Trachsel. Die Gründung des Vereins garantierte einen besseren Zusammenhalt auch im Zusammenhang mit dem Training und verbesserte den Kontakt zu anderen Vereinen zum Erfahrungsaustausch. Auch konnte sich die Gruppe als Verein auf dem Platz Huttwil und gegenüber anderen OL-Gruppen besser behaupten.
Der Ersiwiler OL
In den Jahren 1958 – 1960 gab es drei Läufe die vom Leiter VU Eriswil organisiert wurden und den Huttwilern versuchte Konkurrenz zu machen.Der erste Lauf im Fluewald funktionierte. Der Lauf bestand nach wie vor auch aus Aufgaben, die mit Punkten bewertet wurden. Unter dem Einfluss vom Schweizerischen Arbeiter-, Turn- und Sportverband (SATUS) können die Eriswiler den Lauf nicht offiziell publizieren und deshalb wenig Läufer hinzuziehen. Bei der Bewertung wurde zudem geschummelt, so dass Willi Heiniger, der den besten Lauf absolvierte, nur als Zweiter klassiert wurde; auf den ersten Rang setzte der Organisator Fritz Jost einen Läufer der eigenen Leute!Der zweite Eriswiler findet im Ahorn statt. In der Höl ist der Lauf allerdings zu Ende; die eine Kategorie findet ihren Posten nicht und eine andere sollte an dieser Stelle neue Posten abzeichnen, was ebenfalls nicht möglich war, da jede Postenbemannung und der Posten fehlte. Willi organisierte die dort zusammengelaufenen ahnungslosen Läufer zu einer Viererkolonne, die demonstrativ zum Ziel marschierte.Konfrontiert mit den Problemen der ersten zwei Läufen und den harschen Kritiken die darauf folgten, bat der Initiant, Fritz Jost, Willi Heiniger um Mithilfe bei seinem dritten Lauf, der im Hegenwald stattfand. Als er sah was für einen Aufwand Willi betrieb, um den Lauf entsprechend seinen Vorstellungen zu gestalten, erkannte er, dass er dafür nie genug Helfer organisieren könnte, und da er zudem noch mit finanziellen Schwierigkeiten, aufgrund der teuren Siegermedaillen die jeder behalten konnte, zu kämpfen hatte, resignierte der Initiant und überliess den Huttwilern das Feld.
Der vierte Huttwiler OL
1959 wurde erstmals eine Liste der Läufe vom BOLV zusammengestellt. Dies erforderte die Absprache der offiziellen Läufe mit anderen OL-Gruppen, was nicht selten zu Reibereien führte.
Am 19. April fand der Huttwiler im Aeschenwald und Blattenberg statt. Da das Gebiet nicht gerade ideal war, mussten verschiedene nicht klar definierte Postenstandorte in Kauf genommen werden. Die Besonderheit des Laufes bildete ein Posten, der in einem ausgeschnittenen Rechteck der Karte war. Bei dieser Aufgabe wurde der Posten ab einer Luftaufnahme, für die sich Willi sogar eine Bewilligung des Militärdepartements einholen musste, abgezeichnet werden. Wie bei den meisten Läufe der Anfangszeit konnte man nicht sämtliche Posten beim Start abzeichnen. Beim vierten Huttwiler OL gingen die Läufer vom Start eine Pflichtstrecke zur Püst und konnten dort erst den ersten Posten und das Ziel abzeichnen. Bei den weiteren Posten erhielten die Mannschaften oder Läufer der drei Kategorien kleine Schnipsel auf denen die nächsten Posten eingezeichnet waren.Die Kontrolle wurde ein weiteres Mal vom Redaktor der Zeitschrift für OL Roman Bussmann übernommen.Weiter mussten die Erinnerungskarten, die jeder Läufer, der den Lauf beendete, erhielt, da die Alten ausgegangen waren, neugedruckt werden. Bei Rechnungen die Willi aufgrund der aufwendigen Organisation schon früh vor dem Lauf tätigte, kam es nicht selten vor, dass er Mahnungen erhielt, da er alle Rechnungen erst nach dem Laufe beglich.
Der 5. Huttwiler
Der Lauf fand in der Chaltenegg statt und enthielt einen Kartenteil der nur mit Höhenkurven versehen war. Die Karte war ein Druck der von den beiden Wäldern Chaltenegg und Bergwald umfasste. So konnte Willi die Karte, die den Wald erstmals in einem leichten Grün von der Umgebung abhob, entzweischneiden und die zweite Hälfte der Karte für den sechsten Lauf gebrauchen.Da der Wald für die Elite- und Aktivebahn zu klein war, mussten die Läufer bis zur Mühliweid, und von dort über den Chnubel fast bis in die Breiten hinunter um den Posten in dem kleinen Waldfleck zu holen. Dies hatte zur Folge, dass die Elite auf die acht Kilometer Strecke ca. 400 Meter Höhe zu laufen hatten. Zur besseren Einbindung der Kadetten gab es erstmals auch eine Kategorie für Schüler.
Der Einfluss des Militärs
Die Anfangszeit des OLs war sehr stark durch das Militär geprägt. In dieser Zeit war dies ab ein Kennzeichen, das Beinahe jeder Sport trug. Alles was einen sportlichen Charakter hatte, hatte auch eine militärische Organisation, kleinere Gruppen unterstanden einer Sektion und diese dem ganzen Verband. In der Schulzeit gingen die meisten Jungen in den Vorunterricht (VU) des Militärs. Dort wurden verschiedene Sportarten unter der Leitung eines ausgebildeten Leiters betrieben, unter anderem auch OL. Diese Kurte, und auch die damit verbundenen Prüfungen, leitete Willi und konnte so euch einige Junioren beim OL behalten. Der VU Huttwil unterstand der Sektion Kleindietwil, in welcher Fritz Seiler der Kreisleiter war und die guten Verbindungen auch zur Organisation seines Dietwiler Laufes nutzen konnte. Durch seine VU-Kategorie beim Huttwiler konnte Willi seinen Lauf billiger gestalten. Vergünstigungen liess das Militär bei Hinfahrt mit der Bahn zu, Porto für Ausschreibungen und Ranglisten und die Versicherungen der VU-Läufer wurden vollständig übernommen.
Der 6. Huttwiler und 16. Kleindietwiler OL
Seit Willi Heiniger den Lehrer Fritz Nyffeler 1959 vom UOV zum OL ziehen konnte, hatte dieser die Administration übernommen. Da die Organisation viel Zeit benötigte zog er deshalb 1960 eine junge Kindergärtnerin zur Mithilfe in der Administraion aus dem Seeland hinzu. Diese Tatsache hatte zur Folge, dass sich plötzlich auch Viele, die sonst dem OL nicht viel nachfragen, für die OLG zu interessieren begannen. Die Kindergärtnerin übernahm die Anmeldung. Sie eröffnete ein neues Postkonto und alle Anmeldungen die immer noch per Postcheque getätigt wurden, gingen zu ihr nach Hause. Da sie aber in den Ferien war und den Postkasten von niemandem leeren liess, lagen eine Woche vor dem Lauf noch alle Anmeldungen bei ihr und wurden nicht weiterverarbeitet. Dies führte dazu, dass der Lauf kurzfristig abgesagt werden musste und Willi den Kontakt mit Fritz Seiler, dem Organisator des Kleindietwiler OLs aufnahm. Im Herbst fand der zusammengelegte Kleindietwiler und Huttwiler OL im Bergwald statt. Die Karten, die Willi schon für den letztjährigen OL hatte drucken lassen, konnte Fritz Seiler nun benutzen. Als Gegenleistung liess er den Huttwilern aber das Recht im Bergwald zu trainieren. Daneben konnte er auch von den Fähigkeiten von Willi profitieren, welche sich der in verschiedenen Kursen in Magglingen angeeignet hatte. Nach deutlichen Worten Willis gegenüber Fritz Nyffeler wegen der Panne im Frühling zieht sich dieser vom OL zurück.
Die Kadetten
1961 übernahm Willi die Kadetten vom Lehrer Iseli, welchen er vom UOV her kannte. In der, in dieser Zeit noch stark militärisch aufgebauten Kadettenabteilung OL, die damals noch Patrouillenlauf genannt wurde, hat Willi sofort einen grossen Zulauf von den jungen Sekundarschülern. Die grosse Trainingsbereitschaft der meisten OL-Kadetten führte dazu, dass die Huttwiler oft der ganzen Konkurrenz davonlaufen. Ein erfolgreiches Team bildeten Peter und Walter Minder und Hans Notter.
Der Siebente – das Ahorn
Bei der Zusammenarbeit mit Fritz Seiler sind auch Ideen verwirklicht worden, die Willi bei seinen OLs in der ganzen Schweiz hatte sammeln können. So gibt es auch beim 7. Huttwiler eine Kategorie Damen und Senioren. Peter Gfeller konnte von dem Geschäft seines Vaters eine Umdruckmaschine zum Druck der Ausschreibungen und Ranglisten verwenden. So gehörte der unschöne Schnapsdruck der Vergangenheit an. Da mit dem Umdrucker die Möglichkeit bestand schöne und klare Formen zu drucken, konnten die Sponsoren Nivada und Wander ihre Werbung in Form einer Grafik auf die Frontseite der Rangliste platzieren. Der Lauf findet im Ahorn statt. Trotz einer Rüge des Bahnkontrolleurs, die Bahnen seien zu lang und enthielten zuviel Höhe, änderte Willi die Bahnen nicht relevant, so dass selbst die Damen auf ihre 3.8 km 320 m Höhe hinter sich bringen. Manche Läufer sind mehr als drei Stunden im Wald und keine Bestzeit liegt unter einer Stunde.
Schweizer OL Tag
Alle Gruppen die dem Verband der Bernischen OL Vereine angehörten mussten einmal im Jahr einen OL Tag organisieren. Dies entsprach einem kleinen Trainingslauf für ca. 30 – 35 Läufer. Um den Bekanntheitsgrad des OLs zu steigern wurden Zirkulare an die Schulen verschickt und es erschienen regelmässig eine kleine Gruppe die meist von ihrem Lehrer animiert wurde am Lauf teilzunehmen.
Der 8. Huttwiler OL
Der Lauf fand im Schmidwald - Horben statt. Erstmals hatte man da die Äquadistanz von 10 Metern und Willi rechnet diesmal auch die Höhen der Kategorien aus. Der Lauf zählte für die Teilnehmer des Vorunterrichts von Gondiswil auch als Wahlfachprüfung im OL. Die separat gestarteten VU - Gruppen wurden speziell gewertet. Erstaunlich ist, dass von diesem kleineren Dorf immerhin 13 Dreiermannschaften an den Start gingen.


