Chronik der OLG Huttwil Teil III 1964-1967
Der Huttwiler im Schmidwald
Am 19. April 1964 findet der 9. Huttwiler OL im Oberwald statt. 150 Läuferinnen und Läufer fanden sich im Huebbach, dem Wettkampfzentrum ein, um den traditionell happigen Huttwiler zu bestreiten. Willi war in der Vorbereitung des Laufes auf Grund seines Umzugs nach Eriswil kürzer getreten. Trotzdem funktionierte auch dieser Lauf dank der Unterstützung von Willi Iseli und den Kadetten und den VU-Teilnehmern problemlos. Eine grosse Unterstützung stellte auch der ehemaligen Organisator des Kleindietwiler OLs Fritz Seiler dar. Er hatte den Kleindietwiler OL wegen des fehlenden Nachwuchses und der wenigen Helfer nicht mehr fortführen können und sich danach den Huttwilern zur Kontrolle der Posten zur Verfügung gestellt.
Wie alle Jahre hatte Willi für den Fall einer Verletzung eine Sanität organisiert. Dafür hatte er die Samariter von Dürrenroth angefragt einen Posten am Start und einen im Ziel aufzustellen. Wie gewöhnlich zeigte er sich erkenntlich indem er ihnen ein Znüni offerierten. Die Samariter aus Dürrenroth fanden den Anlass ideal für eine Vereinsübung, schickten Willi 2 Leute ins Wettkampfzentrum und assen danach gemeinsam auf Willi Kosten im Kreuz ein dickes Zvieri. Willi machte am nächsten Sonntag einen Spaziergang gemeinsam mit seiner Gattin nach Dürrenroth. Dort kehrte er im Kreuz ein um seine Schulden zu begleichen und erfuhr mit Schrecken, dass er 17 Brötchen und Getränke zu bezahlen hatte. Er stand auf, musste die Wirtsleute bitten noch auf die Bezahlung zu warten, da er das nötige Geld nicht dabei hätte und verliess das Restaurant mit seiner Frau. Vor der Tür fiel im aber ein, dass er seinen Küttel drinnen vergessen hatte und ging nochmals kurz allein ins Restaurant, zog seinen am Freitag erhaltenen Lohn aus der Innentasche und beglich die Rechnung, die sein Gehalt um ca. einen Zehntel schmälerte. Denn nicht der Verein sondern Willi selbst trug die anfallenden Kosten und die damit verbundenen Risiken und hatte oft nur den eigenen Haushalt als Sicherheit eines Defizits.
1965 - Das Jubiläum 10 Jahre Huttwiler OL
Während in der näheren Umgebung schon viele aufgaben mussten und ihre Laufveranstaltungen aus finanziellen oder personellen Gründen nicht mehr fortführen konnten, hatte sich der Huttwiler OL immer wie mehr festigen können. Dies ist nicht zuletzt auch dem umsichtigen Handeln Willi Heinigers zu verdanken, der es immer geschafft hatte die Schlüsselfiguren von Förderung des OLs zu überzeugen und die Jugend nachzuziehen und in der Organisation einzuführen, so dass er immer die nötigen Helfer motivieren konnte um den Lauf reibungslos durchzuführen. In den Jahren seit dem ersten OL war es im immer besser gelungen die Arbeiten zu koordinieren und die Kontrollsysteme zu entwickeln mit denen wir z.T. noch heute arbeiten. Bei der Förderung der Jugend war es ihm nicht nur gelungen etliche Läufer zum Erfolg zu führen, er konnte sie auch als Mitglieder und aktive Helfer gewinnen. Der aktivste Junior war schon im ’65 der 18jährige Peter Minder.
Am 25. April 1965 fand der 10. Huttwiler im Hegenwald statt. Wie schon in den vorhergegangen Jahren erklärte sich die Nivada gegen einen kleinen Unkostenbeitrag bereit die Zeitmessung zu übernehmen. Die sonst ebenfalls immer mit einer Equipe anwesenden Verpflegungsmannschaft der Ovomaltine war aber dieses Jahr zuvor von einem anderen Veranstalter angefragt worden und die Huttwiler bekamen ein Pack Pront Ovo zum anrühren. Doch die Firma Ovo hatte 1965 mit dem Huttwiler grössere Verluste. Einerseits gingen zwei der ausgeliehenen Startnummern verloren und andererseits konnte nach dem Zielschluss die Kanne der Verpflegung nicht mehr ausgebrüht werden, da die Hausbesitzer nicht mehr anwesend waren.
Der 11. Huttwiler OL
Am 24. April 1966 organisierte die OLG Huttwil erstmals einen Lauf im ehemaligen Gebiet der Kleindietwiler. Das Laufgebiet umfasste den Hunzen, Teile des Schmidwalds und die längesten Routen gingen bis nach Melchnau hinüber. Die dafür beim Bundesamt für Landestopoigrafie neu gekaufte Karte war schwarz-weiss-grün, und Willi liess auch 200 Stück auf Sintosil, den Vorgänger des heute verwendeten Artosil drucken. Dort hatte man sich in der inzwischen auf die Wünsche der O-Läufer eingestellt und bot sogar 4 farbige Karten an, die allerdings dreimal so teuer kamen wie schwarz-weisse.
1966 übernahm Peter Minder erstmals auch grössere Verantwortung in der Organisation und Durchführung des Laufes. Er unterstützte Willi nicht nur in der Bahnlegung sondern erledigte auch administrative Arbeiten. Dabei machte er auch Erfahrungen mit Reklamationen wie sie ein übereiliger Läufer schon an seinem ersten Lauf, bei dem Peter einen Teil der organisation mittrug, anbrachte. Denn der schnell unzufriedene Herzogenbuchser Paul Jenzer hatte den guten Einfall gehabt, man könnte, wenn man nicht den Wegweisern nachfahren würde, näher an den Start heranfahren und so den Anmarsch verkürzen. Doch dann hatte er sich im Hunzen verfahren und wäre noch beinahe steckengeblieben, so dass er wieder umkehren musste und erst deutlich später an den Start kam. Und da kam ihm der unerfahrene Lehrling, der hier mitmischte, gerade recht um seinen Dampf abzulassen.
Der Zwölfte
Der zwölfte Huttwiler OL fand am 29. April 1967 in der Chaltenegg statt. Besammlungsort war im Rohrbachgraben, die 2.5 Kilometer vom Bahnhof Rohrbach mussten die Teilnehmer zu Fuss zurücklegen. Inzwischen bot die OLG Huttwil 7 Einzelkategorien und 4 Mannschaftskategorien, darunter auch 2 Damenkategorien, an. Allerdings musste man das Startgeld der Elitekategorien um einen Franken anheben, den das AGOL (Abkürzung: ) zur Förderung der Spitzenläufer erhob. Auf Verbandsebene hatten sich die Läufer in den vorderen Jahren besser zusammengeschlossen. Der SIOL (Schweizerische Interesengemeinschaft der Orientierungslauf Gruppen) hatte beispielsweise schon erste Richtlinien für die Pressearbeit herausgegeben und die Koordinatioin der Läufe im Kanton Bern hatte der VBOL ( Verband Bernischer Orientierungsläufer) schon seit mehreren Jahren übernommen. Auch führte man im VBOL ein Adressverzeichniss aller Läufer die an den Läufen der Verband Mitglieder teilnahmen und schickte ihnen die Sammelausschreibungen der Berner Läufe jeweils dreimal im Jahr.


