Chronik der OLG Huttwil Teil IV 1968-1971
Bewegung in den Sechziger Jahren
1966 fand in Finnland die erste Weltmeisterschaft des OLs statt. In vielen Ländern begann man in den nächsten Jahren OL zu organisieren und Vereine zu gründen. 1968 fand beispielsweise in den USA der erste offizielle OL statt. Zur gleichen Zeit gab es in der Sowjetunion bereits 100´000 Orientierungsläufer und selbst in Israel hatte man mit OL begonnen. Auch die Schweizer begannen sich zu etablieren. Bei den Welmeisterschaften 1968 rangierte die Herrenstaffel hinter den Skandinaviern auf dem 4.Rang. Doch der Rückstand von mehr als 40 Minuten auf die drittklassierten Norwegen machte den Rückstand deutlich.
Nebst den Fortschritten auf internationaler Ebene begann sich der OL auch in der Schweiz auszubreiten. Mit dem Pressedienst, den der AGOL schon Mitte der Sechzigerjahre jedem Veranstalter empfahl, konnten bald grosse Teile der Bevölkerung über das Treiben im Wald informiert werden. Auch versuchte man mit neuen Ideen die Organisatoren aufzuwecken. Marcel Bader formulierte damals schon ein Staffelprojekt das in vielen Zügen der heutigen Pfingststaffel entsprach.
Vom 13. bis zum 16. Huttwiler OL
In dieser Zeit hatte auch der Huttwiler OL regelmässig mehr Teilnehmer. Um Terminkollosionen zu vermeiden sprach die OLG Huttwil ihren Lauf mit den Buchsern ab. Abwechslungsweise organisierte man so einen Lauf entweder zum Saisonstart Anfangs März oder Ende April. Auch erkannte man, dass die Läufer nicht gewillt waren an jedem regionalen Lauf alles zu geben und verkürzte deshalb die Strecken massiv. Doch diese Verkürzung wirkte sich nur auf die Elitekategorien erwähnenswert aus; die Teilnehmerinnen der Kategorie Meitli hatten 1969 im Ahorn immer noch 6.6 Leistungskilometer zu absolvieren.
Der 13. Huttwiler OL fand am 23. März 1968 im Aeschewald-Blattenberg statt. Im folgenden Jahr organisierte man den Lauf am 26. April, als Laufgebiet diente das Ahorn. Die längeren Bahnen machten auch mit dem Schwarzenbachwald Bekanntschaft. Da sich die Organisation auf dem Ahorn als schwierig erwies, mussten die Läufer auf einigen Luxus verzichten. Die Garderobe der Herren befand sich im Schopf und ein kalter Brunnen musste als Dusche herhalten.
Beim 15. Huttwiler OL stellte sich wieder einmal das Problem der Helfer. Da verschiedene treue Helfer aus Huttwil weggezogen waren, machte sich Willi Heiniger auf die Suche von jungen Idealisten, die, wenn sie teilweise auch nur kurz helfen würden, sicher einiges in Schwung bringen konnten. Im Vorfeld des Laufes, der vom Hunze in den Schmidwald bis nach Reisiswil und zurück führte, war zudem viel Schnee gefallen. Da wegen der schlechten Belaufbarkeit die Fairness nicht gewährleistet werden konnte musste man den Lauf auf den 11. April verschieben.
Im nächsten Jahr klappte alles planmässig. Der Lauf fand auf der Fritzenflue statt, und es wurde wiederum eine zweifarbige Karte gedruckt. Erstmals hatte an diesem Lauf Peter Minder die Bahnlegung übernommen, Willi Heiniger machte noch die Kontrolle, überliess aber dem ambitionierten Läufer einen Grossteil der Organisation. 1971 musste man erstmals auf die Chronometrierung der Firma Nivada verzichten. Da die Uhrenfirma einen Beitrag von 50.- verlangte suchte man die Möglichkeit der Zeitmessung beim Uhrengeschäft Schär in Huttwil. Dort konnte man zwei Chronometer ausleihen mit denen wir heute noch starten.
Peter erkannte auf der Fritzenflue, dass die 25'000 Landeskarten für den Orientierungslauf, der auf der Routenwahl aufbaute nicht genügen konnten. Am 16. Huttwiler OL zeichnete er erstmals Wege und Felsen ein, auf der Karte nicht erfasst waren. Erstmals fand an diesem Tag auch eine Orientierungswanderung statt. Die Teilnehmer dieser Wanderung bekamen eine Karte mit einem Postennetz und hatten zwei Stunden Zeit diese Posten zu bewandern. Eine Rangliste wurde nicht erstellt.
Der Generationenwechsel
Im August 1971 fand eine Reorganisationssitzung statt. Die von Präsident Willi Heiniger einberufene Sitzung hatte zum Ziel aus der formell und lose besthenden OL-Gruppe einen Verein zu bilden. Mit einem Trainingsleiter und Materialverwalter, einem Sekretär und Kassier und einem Präsidenten sollte der Aufwand aufgeteilt werden. So sollte es möglich sein dem Verein eine straffere Organisation zu geben. Es wurden gewählt Peter Minder als Präsident, Theo Loosli als Sekretär und Kassier und Roland Seiler als Materialverwalter und Trainingsleiter. Auch wurde ein Mitgliederbeitrag von 5.- bzw. 2.- Franken für unter Sechzehnjährige erhoben.
Auch die Überarbeitung der Statuten ging schnell voran. Schon bei der ersten Vorstandssitzung am 20. September ’71 wurden die ersten Artikel angepasst. Auch beschloss man Gönner mit einem Brief zur Unterstützung des Vereins anzufragen. Roland Seiler organiesierte die ersten OLG-Trainings und Peter Minder begann die ersten Kartenaufnahmen zu koordieren. Die Neuorganisation verlangte den drei Vorstandsmitgliedern einiges ab. In einem Abstand von teilweise nur zwei Wochen traff man sich wieder, um die Fortschritte zu besprechen.


