Freitag, 24. August. 2018 15:22 Von: Lukas Müller
Kategorie: OLs

Tolle Ausdauerleistungen aber keine SM-Medaillen

Nationales OL-Wochenende im Unterengadin mit Langdistanz-Schweizermeisterschaft

Wenn OL-Anlässe im Engadin stattfinden, lassen sich gar viele Orientierungsläufer anlocken. Darum war die Huttwiler Delegation am vergangenen Wochenende etwas grösser als auch schon. Oder lag es mehr daran, dass die hiesige OL-Gruppe zum Klubwochenende aufrief? Jedenfalls war es ein durchaus erlebnisreiches Wochenende in mancher Hinsicht.

 

Herausfordernde alpine Gelände

Bestimmt nicht nur der kühleren Bergluft wegen, liessen sich die Orientierungsläufer schweizweit nach Scuol im Unterengadin führen. Sowohl der 7.Nationale OL am Samstag, wie die Langdistanz-SM am Sonntag fanden bei Bilderbuchwetter in herausforderndem alpinen Gelände statt. Steile Hangpassagen haben den Läufern kräftemässig viel abverlangt, während feincoupierte, felsige Geländekammern oder eben auch objektarme lange Hänge die technischen Fähigkeiten der rund 1900 Teilnehmenden forderten. Dazwischen entlasteten nordisch anmutende Sumpfgebiete und Alpweiden den Orientierungssinn, was hingegen zu mehr Tempo verleitete und so die Lungen wegen der dünnen Alpenluft zu Höchstleistung antrieb.

 

Klubweekend der OLG Huttwil in Ftan

Gemeinsam tolle OLs im Unterengadin erleben war das Credo für das diesjährige Klubweekend. In Ftan stand ein schönes altes Lagerhaus zur Verfügung, wo gemeinsam gekocht, gegessen und gespielt wurde. Natürlich waren auch die gemeinsame Auswertung bzw. das Kartenstudium zur Vorbereitung der Läufe ein wichtiger Bestandteil. Einige Mitglieder reisten bereits am Freitagnachmittag ins Bündnerland, um mehr Zeit füreinander zu haben und zu Gunsten einer besseren Akklimatisation.

 

Erste Erfahrungen mit Nationalen OLs

Gleich mehrere Junioren der OLG Huttwil waren erstmals so weit gereist um einen OL-Wettkampf zu laufen. Weder die lange Reise noch das fremde Gelände hielt sie davon ab, am Klubweekend teilzunehmen und sich den klar schwierigeren technischen Herausforderungen zu stellen. Nur schon das Anmeldeprozedere mit der obligatorischen Voranmeldung war ungewohnt, verschiedene Starts und die grosse Teilnehmerzahl waren ebenso neue Erfahrungen.

 

Tolle Ausdauerleistungen der Junioren

Die OL-Aufgabe würde schwieriger sein, das liess sich nur schon auf den im Zug studierten alten Karten erahnen. Dass es dazu aber derart viel Ausdauer benötigt, hätten sich nicht alle Junioren so vorgestellt. Umso mehr dürfen die mitgereisten OLG-Jugendlichen stolz sein auf Ihre Leistungen. Allesamt haben sie sämtliche Posten gefunden und ihre Bahnen erfolgreich absolviert. Die Leistung von Loris Ryser ist besonders beachtenswert: Drei Stunden beträgt seine Laufzeit an der sonntäglichen Langdistanz-Meisterschaft, hat alle Posten erfolgreich gefunden und am Ziel – zwar ein müdes – aber sichtbar zufriedenes Lachen im Gesicht. Seine Freude am OL-Abenteuer in der wunderschönen Natur überstrahlte kurzum die Strapazen. Wenn das nicht eine wahre Willensleistung ist!

 

Erfolge am Nationalen OL bei Tarasp

Im Laufgelände «Tarasp», östlich vom Dorf, haben sich am Samstag über die Mitteldistanz einige regionale Teilnehmende gut in Szene gesetzt. Allen voran hat sich Sarina Jenzer in der Elitekategorie nur eineinhalb Minuten hinter der Altmeisterin Simone Niggli als Dritte klassiert. Ein geglückter Auftritt also kurz nach den Weltmeisterschaften in Lettland. Ihr Vater Lukas Jenzer erreichte in seiner Altersklasse ebenfalls den 3.Rang. Lukas Müller (8.) und Silvio Strub (9.) schafften den Sprung in die Top10. Bei den Herren Elite war Mitteldistanz-Europameister und WM-Vierter Matthias Kyburz überlegener Sieger. Jonas Geissbühler-Mathys zeigte derweil mit nur gut fünf Minuten Rückstand auf die Weltspitze eine beachtenswerte Leistung, was letztlich zu einem soliden 17.Rang reichte.

 

Keine Schweizermeisterschafts-Medaillen

Die Langdistanz-SM startete hoch über dem Tal auf einer wunderbaren Sonnenterrasse nahe der Bergstation Motta Naluns. Das von Downhill-OL mit steilen Gegensteigungen geprägte Rennen brachte der OLG Huttwil für einmal keine Medaillen ein. Jan Kurzen, dem Lauftalent aus Dürrenroth, gelang ein Achtungserfolg: Trotz sehr anspruchsvollem Gelände schafft der 14-Jährige den Sprung in die Top10. Lukas Jenzer musste sehr früh starten, was bei dem vielen Gras sicher nachteilig war. Dennoch erreichte er den guten 6. Rang. Der in Burgdorf lebende Ernst Kläy (10.) ist bekannt für seine haargenauen OL-Karten und zeigte, dass er es auch im Wettkampf im Griff hat. Dem Huttwiler Lukas Müller gelang ein sehr gutes Rennen und war diesmal der Medaille am nächsten dran, schrammte aber mit einer Laufzeit von 66 Minuten um 9 Sekunden am Podest vorbei.

 

Die nächste Chance packen

Morgen Sonntag steht bereits die nächste Chance vor der Tür. Am Ägerisee (ZG) werden die Schweizermeisterschaften über die Mitteldistanz ausgetragen. Einige Mitglieder der OLG Huttwil werden am Start stehen und die Medaillen wiederum ins Visier nehmen.

 

Lukas Müller