Bei wunderschönem Sommerwetter fanden vergangenens Wochenende gleich zwei Schweizermeisterschaften im Orientierungslauf statt. Einige Huttwiler konnten sich positiv ins Szene setzen.
Die OLG Chur lud nach Salouf ein, um die besten Orientierungsläufer über die Sprint- und die Langdistanz zu kühren. Der Sprint vom Samstag war speziell, fand er doch für einmal im Wald und nicht in einer Stadt oder einem Park statt. Die Karte im Massstab 1:5000 und die 2.5 Meter Aequidistanz der Höhenkurven waren ungewohnt für eine Wald-Karte und boten schon vielen Läufern Probleme. Ausserdem lag der Start höher als das Ziel, was zu hohen Tempi beim Runterlaufen führte entsprechend schnell musste die Karte interpretiert werden. Trotzdem waren die Laufzeiten recht hoch. Das lag einerseits daran, dass es im Wald schwieriger ist und länger dauert, die Karte zu lesen, andererseits fallen kleine Fehler meistens gleich viel zeitraubender aus, als dies in einer Stadt der Fall wäre.
Lukas Müller war im Ziel nicht ganz zufrieden mit seinem Lauf. Er hatte bei einem längeren Posten die Richtung ein bisschen verloren und schon war eine Minute weg. Da er aber sonst gut unterwegs war reichte es doch noch knapp für den dritten Platz in der Kategorie Herren Lang. Auch der 83-jährige OLG-älteste Emil Meyer schaffte es auf Platz drei.
Am Sonntag ging es dann mit der Langdistanzmeisterschaft richtig zur Sache. Nachdem die OLG Huttwil diesen Anlass letztes Jahr organisiert hatte, liessen es sich viele nicht nehmen, dieses Jahr wieder selber mitzulaufen, und nebenbei wurde auch etwas genauer geschaut, wie der Lauf dieses Jahr durchgeführt wurde. Es klappte alles vorzüglich. Vor allem forderte einem das Gelände alles ab: es gab schnelle Abschnitte über Alpweiden und durch lichtdurchflutete Lärchenwälder, aber auch ruppige Teile mit schwer belaufbarem Boden und schlechter Sicht. Der Wechsel von schnell auf langsam war sehr wichtig, denn wer einmal seine Position nicht mehr genau wusste verlor viel Zeit. Viele Läufer schwärmten im Ziel, viele waren allerdings wegen den langen Bahnen zu müde, um viel zu sagen. Wer mit allen Posten im Ziel ankam hatte jedenfalls schon viel geleistet.
Zufallssieger gab es keine, aber auch diese Sieger kamen selten fehlerfrei durch den Lauf. Sarina Jenzer regte sich Ziel über zwei Richtungsfehler auf, die sie mehr als 6 Minuten gekostet hatten. Da aber die meisten Konkurrentinnen ebenfalls zeitraubende Fehler machten, wurde Jenzer trotzdem noch mit nur 2 Minuten Rückstand dritte, worüber sie sich riesig freute. Tags zuvor hatte es nur für Platz fünf gereicht, nachdem sie zwei Meter neben einem ihrer Posten vorbeigelaufen war ohne ihn zu sehen, und ihn dann noch eine Minute suchte.
Sie habe sich nicht so intensiv auf diese Schweizermeisterschaften vorbereitet wie auf die Junioren-WM, und da sie noch Ferien hatte habe sie noch einen härteren Trainingsblock eingelegt, meinte Jenzer. Aber es sei halt doch einer der wichtigeren Wettkämpfe, da schaue man schon aufs Resultat. Die Läufe vom Wochenende sind zusammen mit der Mitteldistanzmeisterschaft in zehn Tagen Grundlage für die Selektion für den Junioren Europacup (JEC), der Ende September in England stattfinden wird. Jenzer ist auf Grund der erreichten Resultate zuversichtlich, dort mitmachen zu können, altershalber das letzte Mal.
Allgemein gute Läufe zeigten auch Tanja Häfeli und Thomas Hodel. Häfeli erreichte die Ränge 6 und 9, obwohl sie zu den Jüngeren ihrer Kategorie zählt. Hodel wurde 7. und 10. in der Elitekategorie, was ihm den fünften Platz in der Wochenendwertung einbrachte.